Tuesday, August 4, 2015

Saisonvorschau 2015/16 - Teil I

© Andreas Mohr (lev-rheinland.de)

Jahr 2 unter Roger Schmidt und seinem einzigartigen Spielsystem. Schaut man sich seinen Werdegang bei Red Bull Salzburg an, stellt man fest, dass das Team im zweiten Jahr unter Schmidt sowohl in der Offensive als auch in der Defensive deutlich zulegte. Nicht nur wurde man nach dem Vizetitel in der Vorsaison nun österreichischer Meister, man gewann alle 6 Gruppenspiele in der Europa League um dann Ajax Amsterdam nach Hin- und Rückspiel mit 6:1 vom Feld zu jagen.

Natürlich kann man das nicht eins zu eins vergleichen und über den Stellenwert der österreichischen Bundesliga brauchen wir erst gar nicht zu diskutieren, aber einen gewissen Indikator gab schon der letztjährige Saisonverlauf. Nach dem schnellsten Tor der Bundesligageschichte und einem überraschenden Auftaktsieg gegen Dortmund folgten 9 Gegentore in 3 Spielen, darunter das 3:3 gegen Bremen. Dazu spielte man 6 mal remis in der Hinrunde, wobei man u.a. eine 3:0 Pausenführung in Stuttgart verspielte. Trotzdem lag man mit Platz 3 im Soll, was allerdings weniger an der eigenen Stärke, sondern an der Schwäche der Konkurrenz lag.

Die Kritik an Schmidt wurde nach einem schwachen Start in die Rückrunde immer lauter, einige forderten sogar schon den Rauswurf, dabei waren die guten Ansätzen seines Systems meiner Meinung nach zu jedem Zeitpunkt zu sehen. Ein Rauswurf Schmidts hätte zu diesem Zeitpunkt bedeutet, dass die komplette Umstrukturierung des Kaders und Spielsystems auf Schmidts Bedürfnisse völlig umsonst gewesen wäre.

Es folgte das verrückteste Spiel, dass ich je live im Stadion verfolgen durfte. Nach einer katastrophalen 1. Halbzeit und 0:3 Rückstand gegen den VfL Wolfsburg folgte das Comeback der Saison. Ein Hattrick von Heung-Min Son innerhalb von 10 Minuten und schließlich der 4:4 Ausgleich durch Bellarabi, der die BayArena fast zum Einsturz gebracht hätte. Als Bas Dost in der 93. Minute den 5:4 Siegtreffer für die Wölfe erzielte, (sein 4. Tor in diesem Spiel) war das Gesehene so unbegreiflich, dass weder Wut noch Enttäuschung Ausdruck fanden.

Dieses Spiel zeigte den Charakter dieser Mannschaft und sollte tonangebend für den Rest der Rückrunde sein. Es folgten 10 Spiele ohne Niederlage, zwischenzeitlich spielte man 5-mal in Folge zu Null und startete so einen späten Angriff auf die Champions League Plätze.
Nach dem Spahic Eklat fand dieser jedoch ein jähes Ende mit dem 0:3 im Borussia Park.
Starke Auftritte gegen Größen des europäischen Fußballs wie Atletico Madrid und Bayern München lassen einen aber versöhnlich auf die vergangene Spielzeit zurückblicken und geben  Zuversicht für die kommende Saison.

Saisonziel ? Die Fans sehnen sich nach einem Titel (zuletzt 1993 Europapokal), doch in der Bundesliga scheint man hinter den Bayern und Wolfsburg wohl nur um den Titel "best of the rest" zu kämpfen. Zudem sind mit Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund und Schalke 04 die Gegner um einen Champions League Platz alles andere als leichte Beute.

So bleibt dann wieder einmal die Hoffnung, dass man den DFB-Pokal nicht auf die leichte Schulter nimmt und ähnlich stark auftritt wie gegen die Bayern im April.
Die Qualifikation für die Champions League ist ein absolutes Muss, auch wenn die möglichen Playoff-Gegner in diesem Jahr deutlich hochkarätiger sind als der FC Kopenhagen in der vergangenen Saison. Mit einer konstanteren Leistung in der Gruppenphase ist auch mal mehr drin, als nur die Top 16 des europäischen Fußballs.

Die Startelf dürfte nahezu unverändert bleiben, Kramer ersetzt Castro, Papadopoulos dürfte im Rennen für die Spahic Nachfolge vor Tah und Jedvaj liegen. Durch die Verletzung von Toprak werden beide aber genügend Spielzeit erhalten, insofern Tin bald wieder fit ist.



Benutzte Quellen: lev-rheinland.de, futhead.com

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